• Anthologie (Ausgewählte Werke)
    Bibliothek deutschsprachiger Gedichte, München
  • Veröffentlichung 2001 „Ich sah ein Vöglein“
  • Veröffentlichung 2005 „Buschwindröschen“
  • Anthologie (Jahrbuch für das neue Gedicht)
    Frankfurter Bibliothek der Brentano-Gesellschaft (Cornelia-Goethe-Akademie)
  • Veröffentlichung 2003: “Weihnachten”
  • Veröffentlichung 2004: “Die Sonne”

“Die Sonne”

Sie ist’s,
bricht auf im ersten Morgentau,
sie ist’s,
wie lacht uns Feld und Au.
Ahnungsvoll aus Nebenschwaden
Schickt sie uns den ersten Sonnenstrahl.
Läßt ahnen, hoffen, beben, wagen,
erlöset uns aus dunkler Qual.

 

Langsam erwachend zum blühenden Leben,
die bunten Blumen, jeder Baum.
Sie erleuchtet sie mit ihren Strahlen,
erlöst frohlockend sie aus ihrem Traum.
Geheimnisvolle Wolken schweben,
zeigen schon das erste Blau.
Nebel, die vorübergehen,
zerfetzen bald ins abgrundgrau.

Doch plötzlich leuchten ihre Funken,
nun steht sie da in voller Pracht,
alles Leben macht sie trunken,
vorbei ist die tiefe, dunkle Nacht.

Concorden Post (Chorvereinigung CONCORDIA)
Veröffentlichung 2006 “Die Sonne”
Sonntagsjournal Bremerhaven
Veröffentlichung 2003 “Weihnachten“


 

“Der Fähranleger”

Rotbraun sind deine Eisenteile
und knorrig ist dein Holz
 
Kein Stampfen und Stöhnen,
kein wehklagendes, dumpfes Lied,
kein Kettenrasseln zur letzten Überfahrt
im faden Mondenschein.
 
Hier, hier liegst du nun, seitab,
am Ende der Kaperstrasse,
dem Schlagen der Wellen
des Flusses lauschend.
Nur ein trostloser Platz davor,
steinig, grau in grau, dein Klagelied erhörend.
 
Manch im Winde hilfesuchender Grasstengel
mag ahnen,
dem Wechselspiel des Himmels
ausgesetzt,
welch heißes Verlangen glühend
aus deinem stählernen Herzen spricht.
 
Doch einst wird sie kommen
aus des Schattens Finsternis.
Der Fährmann wird sie geleiten, dich
von deiner Qual befreien und sie, und
nur sie, die Fähre, sie wird bei dir anlegen.
 
Du wirst sie nach langer Entbehrung
in deine rotbraunen, eisernen Arme nehmen,
sie liebkosen und wärmen
mit deinem knorrigen Holz.